Das Werkstattportal für Österreich

Tausende Werkstätten mit einem Klick!

Zylinderkopfdichtung

Praktisch jeder Verbrennungsmotor ist mit einer Zylinderkopfdichtung ausgerüstet, die zwischen Kurbelgehäuse und Zylinderkopf eingebaut ist. Die Dichtung schließt einerseits den Verbrennungsraum gasdicht nach außen ab. Andererseits dichtet sie rund um den Motor die verschiedenen Kanäle ab, die Kühlflüssigkeit oder Öl transportieren. Die Kopfdichtung ist dabei hohen Belastungen ausgesetzt. Dazu zählen Temperaturen jenseits von 100 °C und ein mechanischer Druck, der Spitzenwerte von 30 Bar erreichen kann. Zudem muss das Dichtungsmaterial gegenüber chemischen Substanzen resistent sein, damit sich in den eng beieinanderliegenden Kanälen keine Flüssigkeiten vermischen.

Verschiedene Dichtungsmaterialien

Jede Zylinderkopfdichtung verwendet das gleiche Konstruktionsprinzip. Das Bauteil besteht aus einem Trägerblech und einem Metallgitter. Beide Komponenten sind von einem Kunststoff umhüllt, der hitzebeständig ist. Zusätzlich versehen viele Hersteller die Materialoberfläche mit einer Anti-Haftschicht. Seit Ende der 1980er Jahre hat man diese Dichtungen vorwiegend aus Ferrolastic-Weichstoffen gefertigt. Den Weichstoff trägt man dabei beidseitig auf ein Blech auf. Ferrolastic hat jedoch einen gravierenden Nachteil. Der Stoff ist wenig elastisch und kann Druckveränderungen oder Schwingungen nur schwer ausgleichen. Der Bau von leichteren Motoren in jüngerer Vergangenheit brachte diese Art der Zylinderkopfdichtung an die Leistungsgrenzen. Inzwischen sind eher Dichtungen aus einem Federstahl-Elastomer-Gemisch gefragt, die wesentlich flexibler sind.

Mögliche Ursachen für einen Defekt

Die hohen Belastungen, denen eine Zylinderkopfdichtung ausgesetzt ist, bergen zwangsläufig ein erhöhtes Risiko für frühzeitigen Verschleiß. Prinzipiell sollen die Dichtungen zwar so lange wie der Motor halten. Doch bestimmte Faktoren können dafür sorgen, dass die Lebensdauer weitaus kürzer ausfällt. Eine typische Ursache für einen Schaden an der Kopfdichtung ist zum Beispiel das Überhitzen des Motors infolge eines Kühlwasserverlusts. Aber auch eine zu kurze Aufwärmphase des Motors kann das Risiko steigern. Zudem ist häufig ein Gussfehler am Motorblock oder ein Materialfehler an der Dichtung selbst ursächlich für einen Defekt.

Woran erkenne ich eine defekte Zylinderkopfdichtung?

Eine defekte Zylinderkopfdichtung lässt sich vor allen Dingen an einem plötzlichen Leistungsabfall des Motors, der Kühlung oder einer Dampfentwicklung im Motorraum erkennen. Wenn eine Zylinderkopfdichtung beschädigt ist, können in das Kühlsystem Verbrennungsgase eindringen. Diese Gase treten am Überdruckventil aus, das am Ausgleichsbehälter angebracht ist. Die starke Rauchentwicklung kann im Extremfall zu einem Motorbrand führen. Das Motoröl verunreinigt zusätzlich den Kühlwasserkreislauf. Das verschmutzte Kühlwasser bringt nur noch verminderte Leistung. Die Folge kann eine Motorüberhitzung sein.

Umgekehrt schwappt durch eine defekte Zylinderkopfdichtung auch Kühlwasser in den Ölkreislauf. Dadurch droht ein Lagerschaden. Wenn das Wasser in den Verbrennungsraum gelangt, entsteht weißer Dampf. Der Dampf kann der Rostbildung im Brennraum Vorschub leisten. Um den Defekt der Zylinderkopfdichtung frühzeitig zu erkennen, empfiehlt sich ein regelmäßiger Blick auf den Motorblock. Wenn dieser wiederholt mit Öl bedeckt ist, sollte man auf jeden Fall die Dichtung prüfen lassen.

Der Austausch der Zylinderkopfdichtung

Die Materialkosten für die Zylinderkopfdichtung an sich sind vergleichsweise niedrig. Dennoch ist der Austausch mit erheblichen Kosten verbunden. Denn um das Bauteil auszutauschen, muss die Werkstatt den kompletten Motor ausbauen und zerlegen. Wenn bereits Schmieröl oder Kühlflüssigkeiten in die verschiedenen Kanäle eingedrungen sind, müssen die entsprechenden Schläuche gereinigt werden. Diese Arbeit ist zeitintensiv und verschlingt viele Arbeitsstunden. Die Kosten hängen vom jeweiligen Fahrzeugtyp ab und bewegen sich gewöhnlich zwischen 700 und 3.000 Euro. Dies setzt jedoch voraus, dass keine anderen Bauteile des Autos wie etwa der Motor in Mitleidschaft gezogen wurden.