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Winterreifen

Autofahrer sollten im Herbst ihre Fahrzeuge rechtzeitig mit Winterreifen ausstatten, aber spätestens dann, wenn die ersten Schneeflocken fallen. Nicht selten kommt es schon Mitte Oktober zu einem plötzlichen Wintereinbruch. In Deutschland besteht seit Dezember 2010 eine situative Winterreifenpflicht. Fahrzeuge dürfen hier bei Schneeglätte, Eis, Schneematsch oder Reif ausschließlich mit M+S-Reifen gefahren werden. In Österreich ist die Winterreifenpflicht seit 2008 vorgeschrieben. Die Bezeichnung M+S bedeutet im Englischen „Mud and Snow„, übersetzt so viel wie „Matsch und Schnee“. Mit dem Wort „situativ“ soll deutlich gemacht werden, dass die Winterreifenpflicht nicht abhängig von der Jahreszeit ist. Sind die Straßenverhältnisse rutschig und es wird mit Sommerreifen gefahren, kann ein Bußgeld fällig werden. Häufig kommt es aufgrund der ungeeigneten Reifen auch zu Verkehrsbehinderungen, die mit einer Strafzahlung geahndet werden.

Wie erfolgt die ideale Verwendung von Winterreifen

Winterreifen verfügen über eine spezielle Profilform, daher gibt der Reifenhersteller in der Regel eine bestimmte Laufrichtung an. Eine Markierung am Reifen, meistens in Form eines Pfeils an der Reifenseitenwand, weist auf die Laufrichtung hin. Durch die richtige Montage wird gewährleistet, dass sich zum Beispiel Schneematsch optimaler von der Lauffläche verdrängen lässt, als gegen die Laufrichtung. Auch der Reifendruck sollte richtig eingestellt sein. Bei trockenem frostigen Wetter geben Hersteller den Rat, den Reifendruck um etwa 0,2 bar höher einzustellen, da es andernfalls zu einer Druckerhöhung mangels Wärme kommt. Besteht erhöhte Rutschgefahr, beispielsweise aufgrund von Schneematsch, ist das Gegenteil der Fall. Hier verbessert ein geringfügig niedriger Reifendruck die Griffigkeit des Reifens. Er ist elastischer und bietet eine breitere Auflagefläche. Winterreifen verfügen über spezielle Profileinschnitte in Wellenform, die für den besonderen Verzahnungseffekt mit der Oberfläche der Fahrbahn zuständig sind. Sie haben bis zu 2000 Lamellen. Das sind viel mehr als bei Sommerreifen, die nur wenige oder gar keine Profileinschnitte vorweisen. Es gibt nicht nur wellenförmige Lamellen, sondern auch gerade oder wabenförmige Lamellen. Jeder Reifenhersteller entwickelt daher sein eigenes Profil. Alle Winterreifen haben eins gemeinsam: Die Kantenlänge ist erhöht und sorgt für besseren Gripp auf der Fahrbahnoberfläche. Auch eine spezielle Laufflächenmischung ist typisch. Diese sorgt dafür, dass das Gummi auch bei Tiefsttemperaturen nicht hart wird. Die Laufstreifenmischung bei Winterreifen ist weich und flexibel bei niedrigen Temperaturen. So bleiben die Reifen griffig und verzahnen sich mit der Fahrbahnoberfläche. Bei Sommerreifen verhält sich die Gummimischung anders. Es kommt zu einer Verhärtung bei kalten Temperaturen und der nötige Gripp geht verloren.

Bei trockenen Straßen ist besondere Vorsicht geboten. Denn besonders wenn die Temperaturen höher sind, kommt es zum gesteigerten Abrieb des Winterreifens. Die gröbere Struktur verleiht dem Reifen im Winter seine bessere Griffigkeit. Bei Sommerreifen ist die Auflagefläche des Gummis größer. Die Fahreigenschaften von Winterreifen auf trockener Fahrbahn sind daher deutlich schlechter. Da die Auflagefläche hier viel geringer ist, verlängert sich beispielsweise der Bremsweg. Nach fünf Jahren sollten Winterreifen spätestens entsorgt werden, auch wenn noch genug Profil vorhanden ist. Auch bei längerem Stillstand kommt es zu Alterserscheinungen der Reifen und das Gummi wird spröde. In Deutschland ist bei Winterreifen eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter vorgeschrieben. In Österreich verlieren Winterreifen die Wintertauglichkeit bereits bei einer Profiltiefe von weniger als 4,0 Millimeter. Wie bereits beschrieben, entsteht die Griffigkeit des Winterreifens durch den so genannten Zahnradeffekt, das heißt, auch bei nur mäßig abgefahrenen Reifen führt dies zu einer zügigen Verschlechterung der Fahreigenschaften.