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HU und AU

Die Begriffe HU und AU stehen als Abkürzung für die wiederkehrende Begutachtung sowie die Abgasuntersuchung bei Fahrzeugen jeder Art, die für den Straßenverkehr zugelassen sind. Beide müssen bei der Erstzulassung eines Fahrzeugs vorliegen und danach in bestimmten Abständen erneut durchgeführt werden. Für die Abgas-Einstellung des Fahrzeugs, wie auch für die Mängelbehebung ist eine Werkstatt zuständig. Diese Werkstatt bereitet das Fahrzeug auf die Vorführung zur HU vor.

Mit gutem Gewissen zur Überprüfung

Halter von zulassungspflichtigen Fahrzeugen müssen laut § 29 StVZO regelmäßig zur Untersuchung des Abgasverhaltens sowie des Motormanagements und zur Hauptuntersuchung. Durch die Vorstellung des Fahrzeugs zur HU gewinnen die Fahrer und Insassen ein Plus an Sicherheit. Zudem ist die Abgasuntersuchung ein Teil zum Schutze der Umwelt. Eine eventuelle Mängelbeseitigung sowie die optimierte Einstellung der Abgase können in einer Werkstatt vorgenommen werden. Will der zukünftige Halter einen Neuwagen erstmalig anmelden, sind HU und AU Pflicht. Danach muss diese nach erstmalig 3 Jahren erneuert werden. Nach dieser Erneuerung ist die HU, wie auch bei allen älteren Fahrzeugen, alle 2 Jahre Pflicht. Ist sich der Halter nicht sicher, ob sein Fahrzeug den Bestimmungen entspricht, kann das Fahrzeug in einer Werkstatt vorgeführt werden. Hierfür sind spezielle Werkstätten prädestiniert. Auch muss das Fahrzeug bei Beanstandungen in eine Werkstatt, welche die Mängel, die sich bei der Abnahme gezeigt haben, beseitigt. Wann eine Vorstellung zur HU erforderlich ist, kann aus dem Fahrzeugschein oder der Prüfplakette („“Pickerl““) des hinteren Nummernschildes, ersehen werden. Seit einiger Zeit befindet sich an Neufahrzeugen ein On Board Diagnose-System (OBD). Diese OBD überwacht alle Abgas beeinflussenden Systeme auf ihre Funktionsfähigkeit hin. Wenn ein Fehler auftritt, wird durch eine Kontrollleuchte gewarnt und der Fehler gespeichert. In diesem Fall sollte umgehend eine Werkstatt aufgesucht werden, die den Fehler beheben kann.

Abgasuntersuchung

Wurde früher die AU gesondert durchgeführt und mit einer speziellen Plakette am Fahrzeug-Nummernschild festgehalten, gilt seit Januar 2010 eine neue Regelung. Sie ist mittlerweile Bestandteil der Hauptuntersuchung geworden. Durch diese Integration entfällt somit die Plakette am vorderen Nummernschild. Ein Nachweis über die AU ist dem HU-Prüfbericht und der HU-Prüfplakette zu entnehmen. Die Abgasuntersuchung entspricht in Österreich der der §-57a-Kontrolle. Eine anerkannte AU-Werkstatt kann jedoch die Abgasuntersuchung als Teiluntersuchung zur HU übernehmen. Diese Untersuchung kann frühestens einen Monat vor der fälligen HU von der Werkstatt vorgenommen werden. Eine Bescheinigung über die AU wird von der anerkannten Werkstatt mithilfe eines Nachweises mit fälschungserschwerenden Merkmalen ausgestellt. Bei der Hauptuntersuchung ist die Bescheinigung der Werkstatt dem HU-Prüfer zu übergeben. Seit Juli 2012 herrschen auch auf Österreichs Straßen strengere Grenzwerte für die Abgasuntersuchung. Diese sind in den EU-Richtlinien 2009/40/EG und 2010/48/EU festgelegt. Die Grenzwerte sind gesetzlich geregelt und sind nach Fahrzeugart (ohne Kat, ungeregelter Kat, geregelter Kat) unterschiedlich. Im Allgemeinen gilt die AU für alle Kraftfahrzeuge mit Kompressionszündungsmotor (Dieselmotor) bei einer Erstzulassung ab Januar 1977 sowie für alle Kraftfahrzeuge mit Fremdzündungsmotor (Otto-Motor) seit Juli 1969. Die Überprüfung des Abgasverhaltens von Kraftfahrzeugen, die sich im Verkehr befinden, wird in regelmäßigen Abständen überprüft. Im Einzelnen bedeutet dies:

– Überprüfung von Pkws und Wohnmobilen bis 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht – unmittelbar nach der Erstzulassung (außer Taxis und Mietwagen) und dann wieder nach 36 Monaten.
– Überprüfung von Fahrzeugen bis 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht mit mindestens 4 Rädern (außer Taxis und Mietwagen) alle 24 Monate.
– Überprüfung von Fahrzeugen über 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht mit mindestens 4 Rädern sowie Taxis und Mietwagen alle 12 Monate.

Von der AU ausgenommen sind:

– Kraftfahrzeuge, die als selbstfahrende Arbeitsmaschinen (z. B. Stapler) eingesetzt werden. Dies gilt in sofern nur, wenn sie nicht den Baumerkmalen eines Lkws entsprechen.
– Fahrzeuge mit Versicherungskennzeichen.
– Fahrzeuge der Bundespolizei oder der Bundeswehr (interne Begutachtung).
– Kraftfahrzeuge, die als land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschinen gelten.
– Alle Kraftfahrzeuge mit Fremdzündungsmotor (Ottomotor) mit weniger als vier Rädern und einer zulässigen bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von weniger als 50 km/h oder einem zulässigen Gesamtgewicht von unter 400 Kilogramm. Dies gilt für Fahrzeuge, die vor Juli 1969 erstmals für den Verkehr zugelassen worden sind.
– Alle Kraftfahrzeuge mit Kompressionszündungsmotor (Dieselmotor) mit weniger als vier Rädern oder einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von weniger als 25 km/h. Hier gilt die Erstzulassung vor Januar 1977.
– Fahrzeuge mit Oldtimerdauerkennzeichen (07), rotem Händlerdauerkennzeichen (06) oder einem Kurzzeitkennzeichen (04). Für das Kurzzeitkennzeichen gilt ab März 2007 auch der Bereich 03.

Hauptuntersuchung

Eine wiederkehrende Hauptuntersuchung (HU) wird in Österreich von den unterschiedlichen Prüfstellen vorgenommen. Umgangssprachlich wird sie deshalb auch nur als TÜV eines Fahrzeugs bezeichnet. Hierzu muss das Kraftfahrzeug zur Begutachtung vorstellig werden. Eine herkömmliche Werkstatt kann nur vorbereitende Maßnahmen oder eine Mängelbeseitigung nach der Vorstellung übernehmen. Die Prüfstellen selber stellen die Umweltverträglichkeit und Vorschriftsmäßigkeit von Verkehrsmitteln fest. Diese wird im Fahrzeugschein mit Stempel und einer Prüfbescheinigung protokolliert und mit der HU-Prüfplakette am hinteren Nummernschild festgehalten. Unterschiedliche gesetzliche Regelungen werden hier angewendet. Seit Dezember 1951 garantiert die HU, dass keine Kraftfahrzeuge mit Sicherheitsmängeln für den Straßenverkehr zugelassen werden. Die Prüfstellen sind staatlich anerkannt und unterliegen keiner Behörde. Als Prüforganisationen gelten die Autofahrerclubs (ÖAMTC, ARBÖ), eine autorisierte Kfz-Werkstatt oder Gewerbebetriebe. Eine Prüfbefugnis kann jedoch auch von Ingenieurbüros oder Ziviltechnikern erworben werden. Staatliche Prüfstellen prüfen nur in speziellen Situationen. Sie alle unterliegen einer Akkreditierung sowie einer amtlichen Kontrolle und dürfen ein schriftliches Gutachten ausstellen. Wann das Fahrzeug zur nächsten Hauptuntersuchung vorstellig werden muss, ist aus dem Fahrzeugschein oder der Plakette am hinteren Kennzeichen ersichtlich. In der Regel müssen:

– Pkws – 1. Intervall zur Untersuchung nach Erstzulassung erstmals nach 36 Monaten – danach alle 24 Monate bzw. 12 Monate.
– Motorräder/Leichtkrafträder erstmals nach 24 Monaten – danach alle 24 Monate bzw. 12 Monate.
– Lkws bis 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht erstmals nach 24 Monaten – danach alle 24 Monate bzw. alle 12 Monate.
– Lkws über 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht erstmals nach 12 Monaten – danach alle 12 Monate.
– Omnibusse (mit mehr als 8 Fahrgastplätzen) erstmals nach 12 Monaten – danach alle 12 Monate.
– Mietfahrzeuge und Taxen erstmals nach 12 Monaten – danach alle 12 Monate.
– Anhänger bis 750 Kilogramm erstmals nach 36 Monaten – dann alle 24 Monate bzw. 12 Monate.
– Wohnanhänger und Anhänger bis 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht erstmals nach 24 Monaten – danach alle 24/12 Monate.
– Anhänger über 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht erstmals nach 12 Monaten – danach alle 12 Monate.

Dies gilt im gesamten Raum Österreichs. Andere europäische Staaten haben andere Richtlinien und auch ein anderes Prüfverfahren.