RadwechselHäufig wird der Radwechsel fälschlicherweise als Reifenwechsel bezeichnet. Wird jedoch beim Reifenwechsel ein anderer Reifen auf die Felge gezogen, was nur durch eine Werkstatt oder einem Reifenhändler erfolgen kann, wird beim Radwechsel das komplette Rad, also Reifen nebst Felge, gewechselt. In der Fachsprache spricht man beim Tausch von kompletten Rädern auch vom Umstecken. Dieses Umstecken ist ein Wechsel von Winter- auf Sommerreifen und umgekehrt sowie der Wechsel nach einer Reifenpanne. Im Gegensatz zum Reifenwechsel kann der Radwechsel in einer Werkstatt oder im Do-it-yourself-Verfahren durchgeführt werden. Hierzu sind Wagenheber (oder andere Hebehilfen), Drehmomentschlüssel oder Kreuzschlüssel sowie vergleichbares Werkzeug nötig. Beim Wechsel werden die Radmuttern gelöst und nach dem Anheben des Fahrzeugs komplett entfernt und dann das Rad ausgewechselt. Nach dem Anziehen der Radmuttern ist das Fahrzeug dann wieder fahrbereit. Man sagt nach den ersten 50 bis 100 Kilometern soll der feste Sitz der Radmuttern überprüft werden.

Radwechsel im Do-it-yourself-Verfahren
Wer beim Wechsel der Sommer- bzw. Winterreifen den Weg zur Werkstatt scheut, kann dabei auch selber Hand anlegen. Hierzu sollte der Autofahrer jedoch Schritt für Schritt vorgehen.

– Zunächst ist der erste Gang einzulegen oder den Wahlhebel beim Fahrzeug mit Automatik-Getriebe die „P-Stellung“ zu wählen.
– Danach sollte die Handbremse angezogen werden.
– Die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs gibt Aufschluss über den Sitz des Wagenhebers und wo er am besten angesetzt wird.
– Auch steht in der Bedienungsanleitung alles über die Verwendung eines Notrades, wenn vorhanden.
– Nun ist das Ersatzrad aus der Halterung zu lösen oder die Saisonräder mit dem Werkzeug bereitzulegen.
– Sollten Radkappen angebracht sein, sind diese mit dem spitzen Ende vom Schlüssel der Radmuttern zu lösen.
– Anschließend werden die Radmuttern eine halbe Drehung gelöst und danach der Wagenheber angesetzt.
– Nun wird das Fahrzeug bis zur Montagehöhe angehoben und die Radmuttern komplett abgeschraubt.
– Das defekte oder auszutauschende Rad wird abgenommen und unter das Fahrzeug gelegt.
– Nun wird das neue Rad aufgesetzt und die Radmuttern mit der Hand festgeschraubt.
– Vor dem Ablassen des Fahrzeugs mit dem Wagenheber ist das defekte Rad unter dem Fahrzeug zu entfernen.
– Nach dem Ablassen des Fahrzeugs werden die Radmuttern mit einem Drehmomentschlüssel oder dem Radkreuz überkreuz fest angezogen.
– An der nächsten Tankstelle ist unbedingt der Luftdruck zu überprüfen und nach 50 bis 100 Kilometern sollten die Radmuttern nochmals festgezogen werden.
– In jedem Fall sollte zudem eine Kfz-Werkstatt das richtige Anzugs-Drehmoment der Radmuttern überprüfen.
– Ist ein Wechsel der Felgen (von Stahl- auf Alu-Felgen oder umgekehrt) nötig, werden oftmals andere Radschrauben oder Muttern benötigt. Diese sind zusammen mit den Rädern aufzubewahren. Ebenso sollte mit den Felgenschlössern zur Diebstahlsicherung verfahren werden.

In jedem Fall ist beim Radwechsel zu beachten, dass eine Verwendung von Fett oder Öl an den Schrauben und Muttern unzulässig ist und nur unbeschädigte Radschrauben oder Muttern Verwendung finden. Auflagefläche und das Gewinde der Verbindungen zum Schrauben sollten frei von Rost und sauber sein. Gegebenenfalls ist dies mit einem Lappen oder einer Drahtbürste zu reinigen. Wird ein Drehmomentschlüssel beim Radwechsel verwendet, ist das Rad mit nur einem Dreh bis zum Drehmoment festzudrehen.

Radwechsel in der Werkstatt
Eine Kfz-Werkstatt oder der Reifenhändler arbeitet genauso, wie der Autofahrer selbst es machen sollte. Lediglich kann die Werkstatt direkt den Luftdruck des Reifens messen und gegebenenfalls Luft nachpumpen. Auch werden in der Werkstatt die Muttern oder Schrauben auf Beschädigung geprüft und bei Bedarf ausgetauscht. Da das Anzugs-Drehmoment für die Sicherheit vom Autofahrer und dessen Insassen bedeutend ist, wird in der Werkstatt jedes Rad auf das Anzugs-Drehmoment hin überprüft. Muss der Autofahrer erst die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs studieren, um das richtige Drehmoment zu ermitteln, wissen die Mitarbeiter in der Kfz-Werkstatt anhand des Fahrzeugtyps bereits bescheid. Ferner kennen sich die fachlich kompetenten Mitarbeiter in der Werkstatt mit Sonderrädern bzw. Noträdern und deren Drehmoment gut aus und Sie können in einer Werkstatt jederzeit die passenden Schrauben/Muttern für die neuen Alu- bzw. Stahl-Felgen erhalten.

Wechseln lassen oder selber wechseln?
Jedes Jahr taucht für viele Autofahrer die Frage auf, ob sie die Sommer- bzw. Winterräder selber wechseln oder eine Werkstatt damit beauftragen sollen. Oftmals ist das Bordwerkzeug nur dürftig und der Autofahrer scheut die Arbeit und dreckige Hände. Hier ist der Gang zur Werkstatt angesagt. Jedoch sollte jeder Autofahrer hier eindringlich die Preise und Leistungen vergleichen, denn auf dem Autosektor gibt es im Bereich dieser Dienstleistung erhebliche Unterschiede. Selbst wenn man die Kosten eines Kleinbetriebs auf dem Land nicht mit denen eines großen Autohauses vergleichen kann, sind die großen Preisdifferenzen kaum zu erklären. So schwanken die Preise für einen Radwechsel der vier Räder zwischen 12 und 58 Euro. Ist ein Wuchten auf der Maschine erforderlich sogar zwischen 27 und 100 Euro pro Rädersatz und inklusive Montage der Räder. Wenn die Werkstatt zusätzlich noch mit Alu-Felgen arbeiten muss, dann wird oftmals extra zur Kasse gebeten. Hier muss der Autofahrer mit bis zu 4 bzw. bis 14 Euro Aufschlag rechnen. Hierbei sind die Kosten zur Aktivierung des Reifendruckkontrollsystems (RDKS) noch nicht berücksichtigt. Bei den anfallenden Kosten für das RDKS sind Fahrzeugmodell und Bauart entscheidend.

Übersicht der Kosten pro Radsatz ohne Wuchten:
– freie Werkstatt-Filialen – 12 bis 38 Euro – meist unter 20 Euro
– Autohäuser – 14 bis 27 Euro
– Reifendienst-Ketten und Reifenhändler – 12 bis 27 Euro – meist unter 20 Euro.

Tipps von der Kfz-Werkstatt
In jedem Fall sollte der Autofahrer sich bei unterschiedlichen Betrieben zum Reifenwechsel erkundigen. Regional gibt es hier, wie bereist erwähnt, große Unterschiede. Idealerweise kann telefonisch ein Termin vereinbart werden und hierbei sind die Preise sowie die Leistung zu erfragen. Beim Neukauf von Reifen sollte der Autofahrer sich nicht nur nach dem Preis des Reifensatzes orientieren, sondern auch zusätzliche Serviceleistungen beachten. Sind beim Neukauf der Räder das Montieren, die Entsorgung der Alträder, das Wuchten und oder eventuell sogar das Aufziehen auf Stahl- oder Alu-Felgen enthalten, kann auch schon mal zu etwas teureren Anbieter gegriffen werden. Wer die Autoräder zur Saison wechseln möchte, sollte mit der Terminierung nicht bis zum Schluss warten. Neben verlängerten Wartezeiten ist dann nämlich die Wahl der günstigen Anbieter für den Räderwechsel oftmals stark eingeschränkt. Empfehlen Autoratgeber die Räder bei einem Wechsel gegeneinander zu vertauschen, damit der asymmetrische Abrieb ausgeglichen wird, ist jedoch zu beachten, dass bei Reifen, die an die Laufrichtung gebunden sind kein Links-rechts-Tausch vorgenommen werden sollte. Ferner dürfen Reifen mit differenziertem Alter, Fabrikat oder einer ungleichen Abnutzung nicht auf der gleichen Achse montiert werden.