ÖlwechselDas Ersetzen von verbrauchtem Schmieröl gegen frisches Öl nennt man Ölwechsel. Dieses Öl wird für Motoren, Maschinen mit Umlaufschmierung sowie Maschinengetrieben verwendet. Dort sorgt es mit seiner Viskosität für das Zusammenspiel der Mechanik von Kolben und Zylinder. Zylinder und Kolben müssen ausreichend geschmiert werden, damit kein Kolbenfresserentsteht, die Kolben sich nicht „festfressen“. Die unterschiedlichen Bezeichnungen beim Motoröl beziehen sich auf die Eigenschaften der Schmierfähigkeit bei gewissen Temperaturen. So hat z. B. 15 W 40 Öl in den warmen Sommermonaten einen Viskositätswert von 40 und in den kalten Wintermonaten von 15. Die 15 steht für eine Temperatur um die -15°. Dies ist wichtig für das Ansaugen des Öls. Dementsprechend ist 0 W 40 bis zu -40° ansaugbar. Der Motor hat in den kalten Wintermonaten eine Menge Arbeit zu leisten und muss gut geschmiert werden. Bei den Bezeichnungen ist die zweite Zahl keine feste Temperaturangabe. Der Autofahrer sollte sich nur merken: Je höher diese Zahl, desto höher kann die Temperatur beim Öl werden.

Rund um den Ölwechsel

In nahezu jeder Auto-Werkstatt kann ein Ölwechsel vorgenommen werden. Hierbei wird das alte Öl abgelassen und in derWerkstatt zur Entsorgung gesondert gelagert. Auch der alte Ölfilter wird entfernt, gelagert und gegen einen Neuen ausgetauscht. Anschließend wir das neue Öl mit der optimierten Spezifikation eingefüllt, damit eine fachgerechte Schmierung von Kolben und Zylinder wieder gewährleistet ist. Bei den Automobilherstellern gelten fachmännisch durchgeführte Ölwechsel, die von einer Werkstatt bescheinigt wurden, als wichtiger Bestandteil bei der Herstellergarantie.

Das verwendete Motoröl, Marke und Hersteller bestimmt hierbei den Preis des Öls. Perfekt auf das Fahrzeug abgestimmte Ölwechsel werden von der Auto-Werkstatt meist zum Festpreis angeboten. Ein durchgeführter Ölwechsel bei der Inspektion des Fahrzeugs in der Werkstatt ist im Gesamtpreis oftmals enthalten. Ab und an gibt es in der Auto-Werkstatt einen Ölwechsel zum Selbstkostenpreis. Hier ist der Service des Wechsels kostenlos, das Material (Öl und Filter) müssen jedoch vom Autofahrer getragen werden.

Wie oft und warum ist ein Ölwechsel nötig?

Die Frage nach der Häufigkeit eines Ölwechsels ist abhängig von der Art des verwendeten Öls (Marke, Hersteller und Modell) sowie der Motorleistung bzw. des Motors. Die Angaben zum erforderlichen Ölwechsel findet der Autofahrer in der Bedienungsanleitung bzw. im Serviceheft des Fahrzeugs. In den Fahrzeugen der Neuzeit wird ein angeratener Ölwechsel elektronisch angezeigt. Diese Anzeige reagiert mit einer Signalleuchte und ist abhängig von der Fahrleistung des Fahrzeugs. Experten sprechen von einem Öl- und Filterwechsel in jährlichen Intervallen oder aber alle 15.000 Kilometer Laufleistung. BeiLonglife-Ölen alle 20.000 bis 30.000 Kilometer Laufleistung oder aber alle 2 Jahre. Dieselfahrzeuge, die vor 1994 gebaut wurden, haben ein anderes Intervall. Hier hilft das Serviceheft des Fahrzeugs oder die fachgerechte Beratung in der Auto-Werkstatt.

Da das Motoröl wie Blut für Motor, Kolben und Zylinder ist, sollte dieser Hinweis zum Ölwechsel stets befolgt und eineWerkstatt aufgesucht werden. Das Öl muss im Motorblock zirkulieren und Kolben, Ventile, Nockenwelle, sowie alle anderen beweglichen Teile ausreichend schmieren. Durch die ständige Arbeit leidet die Viskosität des Öls, die Schmierfähigkeit ist nicht mehr optimiert gegeben. Bei günstigen Ölsorten von No Name Herstellern geschieht dies meist schneller, als bei Markenölen. Hinzu kommt, dass das Motoröl in den heißen Sommermonaten eine andere Viskosität gegenüber den kalten Wintermonaten aufweisen sollte. Ein Ölwechsel ist somit mit dem Wechsel der Jahreszeiten angeraten. Beim Ölwechsel sollte in der Werkstattzugleich der Ölfilter ausgetauscht werden. Dies ist nötig, damit der neue Filter die feinen Metallpartikel eliminieren kann, wozu der alte Filter meist nicht mehr in der Lage ist. Auch verbrennen viele Motoren das eingefüllte Öl nach einer gewissen Zeit. Dies ist häufig bei älteren oder alten Automodellen der Fall. Hierbei muss das Motorenöl ständig aufgefüllt werden, da der Pegel unter die Mindestmarke fällt. Der Autofahrer sollte sich immer vor Augen halten, dass zu wenig Öl, das falsche Öl oder altes Motoröl zwangsläufig zu Schäden am Motor führen kann.

Ölwechsel in der Auto-Werkstatt

Beim Einhalten der Abstände für einen Ölwechsel nebst Filterwechsel wird ein geringerer Spritverbrauch sowie eine längere Motorleistung bemerkbar. Die Auto-Werkstatt empfiehlt einmal jährlich diesen Ölwechsel vornehmen zu lassen. Zu einemfahrzeugoptimierten Ölwechsel in der Werkstatt gehören:

– Das Ablassen des Altöls und dessen fachgerechte Lagerung zur Entsorgung.
– Die Erneuerung des Ölfilters.
– Der Austausch der Dichtungsringe.
– Das Auffüllen mit frischem Öl, welches an die Jahreszeit und das Fahrzeug angepasst ist.
– Später wird das Altöl umweltgerecht entsorgt.
– Das Zurückstellen der Ölwechselintervallanzeige bei neuen Fahrzeugen.
– Die Ausstellung einer Bescheinigung über den Ölwechsel oder die Eintragung im Serviceheft des Fahrzeugs.

Der regelmäßige Filter- wie auch Ölwechsel spart dem Autofahrer bares Geld, denn der Motor lebt mit einem verbessertenKorrosionsschutz und geringerem Verschleiß deutlich länger. Zudem verbraucht der Motor weniger Kraftstoff, weil der Motor optimal geschmiert ist. Eine regelmäßige Erneuerung des Öls sorgt zudem dazu, dass weniger Öl verbraucht wird. Eine optimierte Motorschmierung wirkt sich auch auf das Fahrverhalten des Fahrzeugs aus. Hier kann die Leistung voll ausgeschöpft werden und der Motor springt in den kalten Monaten schneller und besser an.

Mehrbereichs-Motorenöl

Das handelstypische Mehrbereichs-Motorenöl ist folgendermaßen aufgebaut:

– 78% Basisöl – verleiht dem Öl grundlegende, spezifische Eigenschaften – dies kann aus Mineralöl, Polyalphaolefine (PAO’s) oder Hydrocracköl bestehen.
– 10% Viskositätsindex-Verbesserer – chemisch oder physikalisch wirkende Additive – öllösliche Wirkstoffe oder Zusätze – verbessern oder verändern die Wirkung des Schmierstoffs. Chemisch sind: Antioxidantien, Detergentien, Dispersanten,Korrosionsinhibitoren und Verschleißschutzadditive. Physikalisch sind: Antischaumzusätze, Friction Modifier(Reibkraftminderer) und Pourpoint- sowie VI-Verbesserer.
– 3% Detergentien – waschaktive Substanzen – wirken Ablagerungen entgegen und halten den Motor sauber.
– 5% Dispersanten- verhindern Ablagerungen im Motor – hüllen feste Verunreinigungen ein und halten diese in der Schwebe.
– 1% Verschleißschutz – sorgt für einen Gleitschutz mit dünner Gleitfläche.
– 3% sonstigen Bestandteilen – z. B. Antioxidantien, die den Alterungsschutz des Öls verbessern.

Ölwechsel im Do-it-yourself-Verfahren

Selbstverständlich muss für einen Ölwechsel nicht unbedingt eine Werkstatt aufgesucht werden. Viele Autofahrer legen hier selbst Hand an. Nach dem Öffnen der Ölablassschraube kann das alte Öl in einem Auffangbehälter gesammelt werden. Diese Schraube sitzt an der tiefsten Stelle des Motors. Nun kommt das erste Problem des Autofahrers, wenn er den Ölwechsel nicht in der Werkstatt machen lässt. Wohin mit dem alten Öl? Eine Entsorgung in die Umwelt stellt einen Tatbestand dar und wird strafrechtlich verfolgt. Das Altöl kann an vielen Stellen jedoch beim Kauf des neuen Öls abgegeben werden – nicht jedoch beimDiskounter. Anschließend muss der Ölfilter ausgetauscht werden, bevor das neue Öl eingefüllt werden kann. Hierbei ist unbedingt die Mengenangabe zu beachten. Diese kann mit dem Ölstab gemessen werden. In der Regel müssen 4 bis 7 Liter, je nach Automodell, frisches Öl eingefüllt werden. Ölspezifikationen, die motorspezifisch sind, werden in jedem Fall alsMindestvoraussetzung angesehen. Hier hilft das Serviceheft bzw. die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs.