KFZ Batterie-ServiceLeider wird die Batterie im Fahrzeug häufig vernachlässigt. Erst wenn gar nichts mehr funktioniert, wird eine Werkstatt aufgesucht. Dabei ist ein regelmäßiger Kfz-Batterie-Service mit den entsprechenden Prüfmöglichkeiten genauso wichtig wie die Fahrzeugwartung an sich.

Vereinfacht gesagt macht eine Batterie nichts anderes, als die Elektrizität zu speichern, um diese in der Zukunft nutzen zu können. Sie besteht aus mehreren Platten mit zwei unterschiedlichen Materialien, die in einem sogenannten Elektrolyten, bei der Autobatterie bestehend aus Schwefelsäure und Wasser, getaucht werden. Durch die nun stattfindende chemische Reaktion baut sich eine elektrische Spannung zwischen den unterschiedlichen Materialien auf. Handelt es sich um eine typische Blei-Säure-Batterie, so beträgt diese Zellenspannung ungefähr 2 Volt. Um auf die benötigte Bordspannung in Höhe von 12 Volt zu kommen, werden sechs einzelne Zellen in Reihe geschaltet.

Aufladen und entladen einer Autobatterie

Beim Fahrzeug ist es nun so, dass die Batterie (bei der es sich eigentlich einen Akkumulator handelt) ständig aufgeladen und wieder entladen wird. Das Aufladen findet während der Fahrt statt, das Entladen beim Stillstand des Fahrzeugs bzw. beim Starten des Motors. Unter bestimmten Umständen kann es allerdings erforderlich werden, der Autobatterie Energie von außen zuzuführen, beispielsweise dann, wenn diese während der Fahrt nicht mehr genügend aufgeladen wird. Dies ist dann der Fall, wenn beispielsweise im Winter nur kurze Strecken mit dem Fahrzeug zurückgelegt werden, und dies mit vielen gleichzeitig eingeschalteten elektrischen Verbrauchern, welche die Batterie dann auch während der Fahrt entladen. Nicht immer ist es also so, dass die Batterie defekt ist, wenn das Fahrzeug vor allem im Winter einmal nicht anspringt.

Natürlich kann es auch einmal zu einem „Energienotstand“ der Autobatterie kommen, wenn zum Beispiel vergessen wird, elektrische Verbraucher nach dem Verlassen des Fahrzeugs auszuschalten (beispielsweise das Licht). Dann gibt es zwei Möglichkeiten, das Fahrzeug wieder in Gang zu setzen: Entweder startet man das Fahrzeug fremd oder lädt die Batterie mit einem geeigneten Ladegerät auf. Wichtig hierbei ist nur, dass nach dem Fremdstarten des Fahrzeugs der Motor einige Zeit laufen sollte, um mithilfe des eingebauten Fahrzeuggenerators die Autobatterie ausreichend aufzuladen. Funktioniert das Ganze wegen eines Defektes der Batterie oder des Generators jedoch nicht, sollte umgehend eine Werkstatt aufgesucht werden. In dieser wird dann nicht nur die Batterie sowie der Generator überprüft, sondern gegebenenfalls auch die gesamte elektrische Anlage. Hierbei können eventuelle Fehler festgestellt und behoben werden, durch welche die Autobatterie beim Stillstand des Fahrzeugs entladen wird, sodass es anschließend nicht mehr anspringt.

Der Kfz-Batterie-Service in der Werkstatt

Müssen Sie das Fahrzeug wegen einer schwächelnden Autobatterie in eine Werkstatt zur Überprüfung bringen, so werden dort in der Regel verschiedene Prüfungen durchgeführt. Je nach Fehlerbild kann es dabei äußerst hilfreich sein, zusätzlich zur eigentlichen Batterieprüfung noch andere Komponenten im Fahrzeug mit zu testen, um den Fehler möglichst gut eingrenzen zu können. Doch zunächst mehr zur eigentlichen Prüfung der Starterbatterie und zu den Prüfungen bzw. Tests, die in der Werkstatt während der Batterieprüfung durchgeführt werden:

– Zunächst wird eine einfache Sichtprüfung durchgeführt. Dabei wird beispielsweise festgestellt, ob die Batterie durch eine Beschädigung undicht geworden ist. Eine Undichtigkeit führt dazu, dass verdünnte Schwefelsäure austritt und entweder eine oder mehrere Batteriezellen dadurch nicht mehr funktionieren können. Ist eine Undichtigkeit vorhanden, muss die Batterie alleine schon aus Sicherheitsgründen auf jeden Fall ausgewechselt werden. Im Zuge der Sichtprüfung wird natürlich auch festgestellt, ob die Batterie stark verschmutzt ist oder andere Schäden durch Schläge, Stöße oder Bruchstellen aufweist. Denn auch das Eindringen von Schmutz in die Batteriezellen kann langfristig zu Defekten führen.

– Eine weitere obligatorische Prüfung besteht darin, die Säuredichte der in den Batteriezellen enthaltenen verdünnten Schwefelsäure festzustellen. Mit der Prüfung der Säuredichte kann nicht nur der aktuelle Ladezustand der Batterie festgestellt werden, sondern auch eine einzelne defekte Batteriezelle. Ein deutlicher Hinweis auf defekte Batteriezellen ist der, dass die Säuredichte einer einzelnen oder mehrerer Zellen deutlich von der anderer Batteriezellen abweicht. Ist beispielsweise die Säuredichte einer einzelnen Zelle deutlich geringer als die der restlichen fünf, so ist die betroffene Zelle defekt und damit die gesamte Batterie. Die Säuredichte sollte nach dem Aufladen der Batterie gemessen werden. Sie wird übrigens gemessen in Kilogramm pro Kubikdezimeter (kg/dm³) und bei aufgeladener Batterie gleichmäßige Werte von >1,24 kg/dm³ aufweisen. Liegt die Säuredichte einer einzelnen Zelle beispielsweise unter einem Wert von 1,20 kg/dm³, so ist die betroffene Zelle und damit die ganze Batterie unbrauchbar und muss ausgewechselt werden.

– Eine weitere wichtige Prüfung, die in der Werkstatt durchgeführt wird, ist die sogenannte Hochstromprüfung der Batterie. Diese Prüfung sollte allerdings nur durch ausgebildetes Fachpersonal erfolgen und auch nur dann, wenn die Säuredichte einen Mindestwert von 1,25 kg/dm³ aufweist. Andernfalls muss die Batterie zunächst aufgeladen werden. Während der Hochstromprüfung wird die Batterie mit dem etwa dreifachen Wert der Nennkapazität für ca. 10 Sekunden belastet. Handelt es sich beispielsweise um eine Batterie mit einer Kapazität von 36 Ah, so beträgt der Laststrom ca. 108 Ah. Während dieser 10 Sekunden der Hochstrombelastung wird die Batteriespannung der Batterie überwacht, die sich dabei nur unwesentlich verändern darf.

– Besonders die Hochstromprüfung zum Testen der Batterie in der Werkstatt kann auch mithilfe elektronischer Testgeräte durchgeführt werden. In der Regel wird hierfür der sogenannte Kälteprüfstrom bzw. Kaltstartstrom am Testgerät eingestellt, der in der Regel auf der Batterie angegeben ist. Sollte dies nicht der Fall sein, so kann die Kapazität für eine Starterbatterie mit fünf multipliziert werden. Handelt es sich um eine Antriebs- bzw. Beleuchtungsbatterie (beispielsweise einen Blei-Gel-Akku), so ist der Strom deutlich geringer. Bei dieser Prüfung sollte auch die aktuelle Temperatur beachtet werden.

Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der Batterie

Grundsätzlich gilt, dass eine Autobatterie immer sauber gehalten werden sollte. Außerdem sollte sie dringend vor Stößen oder sonstigen übermäßigen Beanspruchungen geschützt werden. Batterien sollten niemals übermäßigen Beanspruchungen ausgesetzt werden. Korrodierte oder stark verschmutzte Anschlussklemmen an der Batterie sollten mit einem geeigneten Werkzeug gründlich gereinigt werden, um Übergangswiderstände zu den Batterieklemmen zu vermeiden.